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about me

Warum es gut ist, ein Generalist zu sein

Chris Waldhausen

Technikaffin, neugierig, kreativ – So bin ich.
Während sich meine Brüder mal wieder um das letzte funktionierende Gamepad gestritten haben – einer zog am Controller, der andere am Kabel – habe ich den Lötkolben geholt und das Kabel anschließend wieder an die Platine gelötet. Das zweite Gamepad habe ich direkt auch repariert. Ich habe also gleich zwei Probleme gelöst: Den entstandenen Schaden und den Streit beseitigt. Meine Brüder konnten sich nun auf friedliche Weise bei einer Runde Mario Kart miteinander messen.

Direkt zu meinem 16. Geburtstag suchte ich mir meinen ersten Job, um mein Taschengeld aufzubessern. Und so trieb mich meine Experimentierfreude während meiner Schulzeit durch verschiedene Branchen: von der Gastronomie, über den Marketing-Bereich im Call Center, hin zu einem Catering-Betrieb. Damals habe ich gemerkt, dass mir sinnvolle Arbeit wichtig ist. Nach meinem Abitur war der Zivildienst somit genau das Richtige für mich.

Doch wie sollte es weiter gehen? Ich wollte um jeden Preis der erste Akademiker der Familie werden – aber was sollte ich studieren?

Ich überlegte, meine Freude am Filmen zum Beruf zu machen. Mein Interesse an der Filmproduktion habe ich während meiner Schulzeit entdeckt. Ich nutzte jede Gelegenheit für Projektarbeiten Filme zu machen. Die Wahl, “Film/Fernsehen” an der FH Dortmund zu studieren, lag daher nahe. Dort konnte ich meinen Wissensdurst stillen, indem ich mich in die vielen Gewerke der Filmherstellung bei dokumentarischen und szenischen Filmprojekten eingearbeitet habe. Ich agierte als Kameramann, Kameraassistent, Cutter, Sound Designer und Beleuchter. Für meine Kommilitonen auch mal vor der Kamera zu stehen scheute ich ebensowenig. “Raus aus deiner Komfortzone!”, dachte ich mir. Denn Kameraleuten sagt man gerne nach, dass sie lieber hinter der Kamera stehen, als davor.
Dadurch erlebte ich den gesamten Prozess der Filmproduktion, anstatt nur die Theorie im Vorlesungssaal zu büffeln. In der Zeit als Filmstudent habe ich so mein Profil als Generalist geschärft und habe darüber hinaus die Fähigkeit entwickelt beschränkte Mittel als Quelle der Kreativität zu nutzen.

Um nicht nur von Spaghetti mit Tomaten-Ketchup zu leben, habe ich neben dem Studium beim Apple-Händler “Gravis” gearbeitet. Statt die Hardware aufzuschrauben, habe ich sie an den Mann gebracht und erklärt. Man sagt, Computer lösen Probleme, die wir ohne sie nicht hätten. Bei Gravis habe ich gelernt Produkte zu verkaufen, die man nicht zum Überleben braucht. Der Job war ein super Training für die Zeit nach meinem Praxissemester beim Duisburger Stadtfernsehen. Denn mit 23 Jahren habe ich mich selbstständig gemacht und als Freiberufler für Videoproduktionen angeboten – neben dem Studium.

Mittlerweile arbeite ich seit zwölf Jahren zusammen mit Film- & Medien-Produktionsfirmen. Größtenteils als Kameramann oder ich schneide als Cutter aus Fremdmaterial Filme.
Zu meinem Portfolio gehören:

  • Industriefilme
  • Image-Filme / Unternehmensfilme
  • Produktfilme
  • Werbefilme
  • Musikvideos
  • Animationsfilme
  • Interviews
  • Video Tutorials

Mein Job als Kameramann ist abwechslungsreich, keine Frage. Aber langsam habe ich das Gefühl kein Generalist mehr zu sein. Also das, worauf ich bisher immer stolz gewesen bin. Gerade der Bereich der nun nicht mehr so neuen Medien, bringt viele Veränderungen mit sich. Er eröffnet aber auch viele Möglichkeiten. Firmen brauchen in erster Linie nicht mehr die langen Unternehmensfilme, die Kunden bei Meetings vorgeführt werden oder die man sich auf der Homepage angucken kann. Die Welt ist rasanter geworden. Wir konsumieren schneller. Kurze, aussagekräftige Clips, vor allem auch für Social Media, sind gefragt. Die Tools zum Drehen und Schneiden sind für jeden zu haben. Doch sie richtig anzuwenden, will immer noch gelernt sein. Ich habe mich deshalb entschieden, mein Know-How zu erweitern. Online Marketing, Social-Media- Management, Online-Redakteur und Datenschutz sind die Bereiche, für die ich mich entschieden habe und von denen ich überzeugt bin, dass sie mein bisheriges Können am besten ergänzen. Den Controller der Content-Planung und -Erstellung habe ich in den vergangenen Monaten aufgeschraubt, zerlegt und wieder zusammengebaut. Ein Kabel brauchte ich nicht mehr anzulöten – er funktioniert inzwischen schnurlos. Ich bin bereit ihn für neue Aufgaben zu nutzen.